Kurz gesagt
Die Monatslegung ordnet sechs Karten verschiedenen Lebensbereichen zu; die Jahreslegung verbindet zwölf Monatsplätze mit einer dreizehnten Themenkarte. Lies zuerst das Grundthema und dann jede Position mit ihrer eigenen Frage. Halte deine Deutung fest und vergleiche sie am Monatsende mit deinen tatsächlichen Erfahrungen.
Was unterscheidet Tarot-Monatslegung und Jahreslegung?
Eine Tarot-Monatslegung liest sechs Karten als Grundthema, Möglichkeit, Herausforderung, Gefühle, Arbeit und Rat; eine Jahreslegung ordnet zwölf Karten den Kalendermonaten zu und ergänzt ein übergreifendes Thema. Beide Formen verbinden eine Zeitordnung mit unterschiedlichen Fragen. Du hältst die Auslegung fest und kehrst während des betrachteten Zeitraums zu ihr zurück.
Die Monatslegung gliedert einen überschaubaren Ausschnitt. Die Jahreslegung eröffnet zwölf Monatsplätze von Januar bis Dezember. Bei ihr steht die dreizehnte Karte für das gesamte Jahr; in der Monatslegung übernimmt die erste Karte die Grundstimmung.
| Umfang | Ausgangspunkt | Weitere Betrachtung |
|---|---|---|
| Sechs Monatskarten | Karte 1 als Grundthema | Gelegenheit, Anforderung, Gefühle, Arbeit, Rat |
| Dreizehn Jahreskarten | Karte 13 als Hauptthema | Zwölf Karten in der Reihenfolge Januar–Dezember |
| Beide zusammen | Jahreskarte und Monatsgrundthema getrennt lesen | Gemeinsame Themen und unterschiedliche Akzente vergleichen |
Zeit und Bedeutung bleiben dabei zwei verschiedene Angaben. „November“ benennt einen Platz in der Jahresordnung. Die dort liegende Karte gibt diesem Platz eine inhaltliche Frage, etwa nach Arbeitsbelastung, Abschied oder Gemeinschaft. Trage reale Fristen, freie Tage und Verpflichtungen daneben ein, damit die Auslegung mit deinem Alltag verbunden bleibt.
Ein dichtes Jahresbild verlangt dieselbe Sorgfalt wie ein kleineres. Große Themen brauchen einen konkreten Gegenstand. Viele Münzkarten lenken beispielsweise auf Arbeit und greifbare Ergebnisse; du untersuchst, welches Vorhaben gerade Aufwand bindet. Das hält die Übersicht lesbar und gibt deinem Monatsrückblick klare Bezugspunkte.
Bearbeite Zeitlegungen in sieben Schritten
1. Lege den Zeitraum eindeutig fest
Schreibe vor dem Mischen die Frage und den Zeitraum auf. Für die Monatslegung lautet die Überschrift etwa „November: meine beiden Arbeitsprojekte“. In der Jahresordnung ordnest du die Plätze Januar bis Dezember zu. Bei einer eigenen, am Geburtstag beginnenden Papierlegung beschriftest du sämtliche Monate neu. Halte diese Variante getrennt von der vorgegebenen Kalenderordnung und ändere sie nach dem Ziehen nicht.
2. Beginne bei der Themenkarte
Lies Monatskarte 1 oder Jahreskarte 13 zuerst. Eine Karte der Großen Arkana rückt einen umfassenderen Zusammenhang ins Zentrum, eine Karte der Kleinen Arkana einen konkreteren Alltagsschwerpunkt. Bei der Welt prüfst du Vollendung und Zusammenführen; beim Stern Orientierung, Offenheit und Hoffnung. Notiere den Bezug zu deinem Vorhaben.
3. Gib jedem Platz eine eigene Frage
Die sechs Monatsplätze besitzen verschiedene Aufgaben. Ihre deutschen Labels heißen „Position: Zeit / Energie“, zweimal „Position: Zeit“, „Position: Herz / Energie“, „Position: Arbeit“ und „Position: Zeit / Fuehrung“. Ordne ihnen in dieser Reihenfolge Grundthema, Gelegenheit, Herausforderung, Gefühle, Arbeit und Rat zu. Das Ass der Schwerter verbindet Klarheit als Gelegenheit mit einer anderen Frage als scharfe Worte auf dem Herausforderungsplatz.
4. Vergleiche Kartenfarben und große Themen
Zähle die vertretenen Kartenfarben. Münzen betonen materielle Grundlagen und Arbeit, Kelche emotionales Erleben, Schwerter Denken und Konflikte, Stäbe Initiative. Halte die Anzahl fest und lies sie als Schwerpunkt deiner Auslegung. Eine fehlende Kartenfarbe eröffnet eine ergänzende Frage: Welcher Bereich kommt in deiner bisherigen Betrachtung wenig vor? Stelle ihn neben das Hauptthema.
5. Benenne die Karten vollständig
Beim Turm gehören Zusammenbruch, erschütterte Ordnung und plötzliche Erkenntnis zusammen. Die Sonne behandelt Klarheit, sichtbare Lebendigkeit und Freude. Schreibe diese Themen ohne ausweichende Beschönigung auf und beziehe sie auf eine bestehende Situation. Beim Turm fragst du etwa, welche Voraussetzung deiner Planung bereits brüchig ist. Beim Sonnenmotiv untersuchst du, was offen sichtbar werden soll.
6. Verbinde die Auslegung mit deinem Kalender
Prüfe zuerst tatsächliche Termine und vorhandene Zeit. Die Vier der Schwerter eröffnen dabei die Frage nach Ruhe und Rückzug; die Drei der Münzen nach Zusammenarbeit und abgestimmten Aufgaben. Schreibe daraus einen machbaren Arbeitsschritt. Verschiebe keine reale Frist allein wegen einer Karte. Entscheide anhand der Anforderungen, wo ein Thema in deinem Plan Platz erhält.
7. Ergänze einen Rückblick
Lies am Ende des Monats Frage, Karten und damalige Deutung nochmals. Beschreibe anschließend zwei tatsächliche Erfahrungen und eine Abweichung. Welche Bedeutung war passend, welche hast du zu allgemein formuliert? Halte die Rückschau als neuen Absatz fest, damit der ursprüngliche Text erhalten bleibt. In einer Jahreslegung trägst du den Monatsrückblick neben dem betreffenden Platz ein und vergleichst ihn mit der Jahreskarte.
Beispiel: Zwei Projekte in einem November
Die Frage: „Worauf richte ich meine Aufmerksamkeit bei zwei gleichzeitigen Projekten im November?“ Der Arbeitskalender enthält feste Abgabetermine, einen gemeinsamen Besprechungstag und mehrere noch nicht zugeteilte Aufgaben.
- Grundthema: Zwei der Münzen. Beweglicher Ausgleich und konkurrierende Anforderungen. Prüfe, wie oft du zwischen den Projekten wechselst.
- Gelegenheit: Drei der Stäbe. Überblick und längerfristige Ausrichtung. Nimm die beiden Abgaben gemeinsam in den Blick.
- Herausforderung: Acht der Schwerter. Einengung und begrenzter Handlungsspielraum. Trenne feste Vorgaben von selbst auferlegten Erwartungen.
- Gefühle: Königin der Kelche. Aufmerksamkeit für Bedürfnisse und emotionale Aufnahmefähigkeit. Notiere, welche Begegnungen im übervollen Plan untergehen.
- Arbeit: Drei der Münzen. Gemeinsame Leistung und abgestimmte Zuständigkeiten. Liste die Aufgaben, die bereits zugeteilt sind.
- Rat: Die Mäßigkeit. Maßhalten und unterschiedliche Teile verbinden. Suche eine Arbeitsfolge, die beide Projekte berücksichtigt.
Zusammen. Ausgleich erscheint sowohl in der Themenkarte als auch im Rat. Überblick und Zusammenarbeit ergänzen ihn um Planung und Aufgabenverteilung. Die Acht der Schwerter lenken auf den Unterschied zwischen echter Einschränkung und zusätzlicher eigener Forderung. Das Gefühlsthema bleibt ein eigener Bereich; es verschwindet nicht hinter der Arbeitsliste.
Der Schritt. Reserviere einen kurzen Planungstermin und beschrifte jede offene Aufgabe mit Zuständigkeit und Aufwand. Notiere außerdem einen Zeitraum, den du bewusst frei hältst. Im Rückblick vergleichst du, ob die Aufteilung deinem tatsächlichen Arbeitsrhythmus entspricht.
Ein Ausschnitt aus der Jahreslegung. Angenommen, der Stern liegt auf Platz 13 und die Sechs der Schwerter auf dem Novemberplatz. Hoffnung und Neuorientierung bilden den weiten Rahmen; Übergang und mitgetragene Lasten ergänzen die Monatsfrage. Schreibe dazu: „Welche Aufgabe begleitet mich weiter, welcher Gewohnheit gebe ich Abstand?“ Das verbindet beide Maßstäbe, ohne die sechs Monatsbereiche zu vermischen.
Vermeide Fehler beim Lesen von Zeiträumen
- Monatsplätze nachträglich umbenennen. Halte die festgelegte Reihenfolge ein. In der vorgegebenen Jahreslegung bezeichnet der erste Platz Januar, auch wenn du im Sommer auf die Karten schaust.
- Die Themenkarte überspringen. Zwölf Einzelauslegungen brauchen einen gemeinsamen Rahmen. Beziehe jeden Monatsbegriff auf die dreizehnte Karte und deine ursprüngliche Frage.
- Den Rückblick passend machen. Notiere widersprechende Erfahrungen ebenfalls. Prüfe eine alte Deutung an ihrem damaligen Wortlaut, statt sie an späteres Wissen anzupassen.
- Herausforderungen sprachlich ausradieren. Verlust, Zwang und Zusammenbruch verlangen klare Begriffe. Stelle fest, welchen vorhandenen Zusammenhang du damit untersuchst.
- Jede Woche einen neuen Monatsplan ziehen. Bearbeite zunächst die notierten Fragen. Neue Karten zu derselben unveränderten Lage zerstreuen den Bezug deiner bisherigen Arbeit.
- Nur einzelne Plätze betrachten. Vergleiche benachbarte Monate und wiederkehrende Themen. Ein Abschluss neben einem Anfang eröffnet eine andere Betrachtung als drei Karten des Festhaltens.
- Den Kalender ausblenden. Freie Zeit, Aufwand und reale Verpflichtungen gehören zum Plan. Die Kartenfrage erhält ihren konkreten Bezug durch diese Angaben.
Verbinde Monatsnotizen mit dem Jahresrahmen
Beginne mit einer einzigen Monatslegung und halte alle sechs Deutungen fest. Ergänze beim Rückblick, was du tatsächlich getan hast und welche Frage offen bleibt. Erst danach nimmst du den Jahresrahmen hinzu. Ein überschaubarer Vergleich schafft mehr Klarheit als dreizehn unverbundene Stichwörter.
In der Larisa-App findest du beide Varianten unter „Legung: Klassisch / Zyklus“: sechs Karten für den Monat, dreizehn für das Jahr. Wähle den passenden Umfang, schreibe deine Frage und deute die Themenkarte vor dem Öffnen der Auslegung. In der Jahresvariante liest du die zwölf Zeitplätze in der Reihenfolge Januar bis Dezember und den dreizehnten als Hauptthema.
Den Zusammenhang zwischen Zeitfragen und Karten vertieft Tarot und Zeitangaben. Mit Mondphasen und Mondkalender ergänzt du deinen Plan um regelmäßige Beobachtungspunkte. Tarotkarten-Kombinationen helfen, benachbarte Themen genauer zu verbinden.
Bewahre am Ende deines Heftes eine Übersicht der Rückblicke. Notiere dort, welche Aufgaben viel Raum beanspruchen und welche Deutungen du inzwischen genauer formulierst.
Larisas Ansatz
Ich verstehe Tarot als Orientierung, um die gegenwärtige Situation, Gefühle und Beziehungsdynamiken durch Symbole zu erfassen. Die Karten machen Möglichkeiten unter bestehenden Bedingungen sichtbar und lenken auf bisher übersehene Punkte. Mir geht es darum, Bewusstheit zu schaffen. Zu meiner Deutung gehören auch die Fragen, weshalb etwas geschieht, was unter der Situation liegt und welche Dynamik im Verborgenen arbeitet. Klassische Bedeutungen und Symbolik verbinde ich dabei mit meiner Intuition und Erfahrung, um die Geschichte hinter dem sichtbaren Geschehen zu lesen.
Häufige Fragen
Wann lege ich die Jahreskarten?
Für die vorgegebene Reihenfolge Januar bis Dezember eignet sich der Beginn des Kalenderjahres. Beim Einstieg im Sommer behältst du die Monatszuordnung bei und untersuchst die verbleibenden Plätze. Eine eigene Geburtstagslegung braucht vor dem Ziehen ausdrücklich neu beschriftete Monatsplätze.
Wie arbeite ich mit einer schwierigen Monatskarte?
Benenne ihr Thema klar und verbinde es mit der Frage dieser Position. Schreibe bei Verlust, Überlastung oder Konflikt auf, welche bestehende Situation du damit untersuchst. Vergleiche später auch Beobachtungen, die deiner ursprünglichen Deutung widersprechen.
Lassen sich Monats- und Jahreslegung verbinden?
Ja, als zwei unterschiedliche Maßstäbe. Die Jahreskarte eines Monats liefert ein übergreifendes Thema; die sechs Monatskarten teilen die Betrachtung in einzelne Bereiche. Notiere beide Auslegungen getrennt und verbinde sie anschließend über eine gemeinsame Frage.
Was mache ich, wenn mein Monat anders aussieht als die Deutung?
Bewahre den ursprünglichen Wortlaut und ergänze deinen Rückblick. Prüfe, ob du einen Kartenbegriff zu eng gelesen oder eine tatsächliche Verpflichtung ausgelassen hast. Gerade Abweichungen zeigen, welche Deutung du beim nächsten Vergleich genauer begründen musst.
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Die Deutungen von Larisa Tarot dienen der persönlichen Bewusstwerdung, der Selbstreflexion und der Unterhaltung. Sie enthalten keine Gewissheit, keine Garantie für die Zukunft und kein Versprechen eines bestimmten Ergebnisses.
