Ratgeber

Tarot für Anfänger

Kurz gesagt

Lerne zuerst den Aufbau des Tarotdecks: 22 Große Arkana und 56 Kleine Arkana in vier Farben. Ziehe eine Tageskarte, verbinde Bild und Grundbedeutung mit deiner Frage und halte deine Beobachtungen fest. Übe anschließend mit drei Karten, deren Positionen du vorher bestimmst; das gemeinsame Lesen zählt mehr als 78 auswendig gelernte Stichwörter.

Wie fängst du mit Tarot an?

Tarot lernst du, indem du zuerst die Kartenfamilien kennenlernst, einzelne Bilder mit ihren Bedeutungen verbindest und anschließend Karten in einer Legung zusammen liest. Ein Notizbuch macht sichtbar, wie du zu einer Deutung kommst. Ereignistermine und die verborgenen Gedanken anderer Menschen gehören nicht zu dieser Übung.

Das klassische Deck enthält 78 Karten. Die Großen Arkana umfassen 22 übergreifende Motive, vom Anfang bis zum Abschluss eines Weges. Die Kleinen Arkana bestehen aus 56 Karten in vier Farben. Mit Farben sind hier Kartenfamilien gemeint, nicht die Farbtöne der Illustration.

Kartenfamilie Schwerpunkt beim Lernen
Kelche Gefühle, Nähe, Wünsche und Enttäuschungen
Münzen Arbeit, Geld, Zeit und greifbare Grundlagen
Schwerter Gedanken, Sprache, Entscheidungen und Konflikte
Stäbe Antrieb, Initiative, Begeisterung und Reibung

Jede Farbe hat zehn Zahlenkarten, vom Ass bis zur Zehn, sowie vier Hofkarten: Bube, Ritter, Königin und König. Diese Ordnung gibt dir Anhaltspunkte, bevor du jede Einzelbedeutung kennst. Eine Fünf und ein Ass behandeln verschiedene Stadien, auch innerhalb derselben Familie.

Für den Anfang reichen ein gut lesbares Deck, ein Heft und eine kurze tägliche Übungszeit. Plane etwa zehn Minuten ein, ohne daraus eine Prüfung zu machen. Der Vierwochenplan ist eine Arbeitsaufteilung: Wiederhole eine Übung, wenn sie noch unklar bleibt. Dein Maßstab ist eine nachvollziehbare Verbindung zwischen Frage, Karte und Position.

Lerne Tarot mit einem Vierwochenplan

1. Wähle Bilder, die du gern genauer ansiehst

Ein Deck in der Rider–Waite–Smith-Tradition bietet auch auf den Zahlenkarten erzählende Szenen. Das erleichtert den Einstieg, weil du Handlungen und Beziehungen beschreiben kannst. Schau dir mehrere Karten an: Erkennst du die Gegenstände, die Blickrichtung und den Abstand zwischen den Figuren? Ein Deck mit bloßen Reihen von Farbsymbolen verlangt eine andere Art des Lernens.

2. Ordne die Karten in der ersten Woche

Lege die Großen Arkana und jede der vier Farben getrennt aus. Sortiere danach die Großen Arkana nach ihrer Nummer. Die Reise des Narren verbindet diese Reihe zu einer Lerngeschichte über Erfahrungen und Entwicklung. Suche dabei nach Gegensätzen: Eigeninitiative und Rückzug, Ordnung und Bruch, Beginn und Abschluss.

3. Ziehe täglich eine Karte zu einer kleinen Frage

Nutze die Ein-Karten-Legung mit „Worauf möchte ich heute achten?“. Notiere den Namen, ein Bilddetail und deine erste Empfindung. Ergänze abends, womit du dich tatsächlich beschäftigt hast; schreibe auch auf, wenn du keinen Zusammenhang siehst. Eine Tageskarte ist eine Übung im Hinschauen und kein Tagesablauf, den du erfüllen musst.

4. Vergleiche dein Bildprotokoll mit der Grundbedeutung

Beschreibe die Karte zunächst mit gewöhnlichen Worten, bevor du nachschlägst. Im Rider–Waite–Smith-Bild des Magiers liegen die Symbole der vier Farben auf dem Tisch. Verbinde diese Beobachtung mit dem Thema, vorhandene Fähigkeiten und Mittel einzusetzen. Halte Bildbeschreibung und Deutung in getrennten Zeilen fest, damit du ihre Verbindung prüfen kannst.

5. Verbinde ab der dritten Woche drei Karten

Bei der Drei-Karten-Legung liest du Vorgeschichte, Gegenwart und eine mögliche Richtung unter den bestehenden Bedingungen. Bestimme diese Aufgaben vor dem Ziehen. Deute erst jede Karte einzeln und formuliere dann eine Verbindung zwischen ihnen. Das letzte Bild bleibt ein Thema zur Betrachtung, kein versprochenes Ereignis.

6. Lerne Zahlen und Farben gemeinsam

Ein Ass behandelt einen Anfang, eine Fünf eine Spannung, eine Zehn den Abschluss eines Zyklus. Vergleiche beispielsweise das Ass der Kelche als emotionalen Anfang mit dem Ass der Schwerter als Klarheit und neuer Einsicht. Verwende die Zahl als Orientierung und lies danach die Besonderheit der Karte. Ein Zahlenschema allein erklärt noch nicht jede Szene.

7. Unterscheide die Haltungen der Hofkarten

Der Bube erkundet, der Ritter setzt etwas in Bewegung; Königin und König behandeln reifere Formen des Umgangs mit ihrer Farbe. Beim Ritter der Kelche untersuchst du etwa, wie ein Wunsch ausgedrückt wird. Frage zuerst nach deinem Verhalten in der Situation. Ordne eine Hofkarte nicht vorschnell einer bestimmten Person zu, nur weil sie eine Figur zeigt.

8. Sammle offene Lernfragen in deinem Heft

Schreibe zu jeder Legung Datum, genaue Frage, Karten, Positionen und einen kurzen Zusammenhang. Markiere unbekannte Begriffe und Bilder. Am Ende der vierten Woche sortierst du diese Markierungen nach Kartenfamilie. So entsteht dein nächster Lernschwerpunkt aus den tatsächlichen Schwierigkeiten, statt aus dem Anspruch, alles gleichzeitig zu beherrschen.

Beispiel: ein Lernmonat rund um einen neuen Arbeitsplatz

Die erste Woche. Du gewöhnst dich an einen neuen Arbeitsplatz und ziehst Die Hohepriesterin. Deine Frage lautet: „Worauf achte ich beim Kennenlernen des Teams?“ Du notierst Ruhe, Zurückhaltung und noch unausgesprochene Information. Abends ergänzt du: „Ich habe Abläufe beobachtet und meine Fragen gesammelt.“ Die Karte erhält einen Bezug zu deiner Aufmerksamkeit, ohne den Kollegen geheime Absichten zuzuschreiben.

Die zweite Woche. Mehrere Kelchkarten erscheinen in unterschiedlichen Tagesübungen. Bei den Sechs der Kelche bemerkst du, dass du die neue Umgebung ständig mit deinem früheren Team vergleichst. Schreibe auf, welche vertraute Gewohnheit du vermisst und welche tatsächlich in den neuen Alltag passt. Die Wiederholung einer Farbe ist Anlass zum Vergleichen deiner Notizen, kein zusätzlicher Beweis.

Die dritte Woche. Für eine vollständige Drei-Karten-Übung fragst du: „Wie gestalte ich meinen Einstieg in die neue Aufgabe?“ Links liegen die Drei der Münzen für bisherige Zusammenarbeit, in der Mitte die Zwei der Schwerter für das heutige Zögern und rechts Die Kraft für einen besonnenen Umgang mit Druck.

Die Drei der Münzen verbinden deine Erfahrung mit gemeinsamer Arbeit und klaren Aufgaben. Die Zwei der Schwerter benennen die aufgeschobene Entscheidung: Du hast zwei Arbeitsaufträge, aber noch keine Priorität festgelegt. Die Kraft richtet die dritte Perspektive auf Selbstbeherrschung und standhaftes Handeln. Zusammen gelesen: Erfahrung ist vorhanden, die Reihenfolge bleibt offen, und ruhige Entschlossenheit ist der passende Arbeitsansatz. Dein Schritt: Schreibe beide Aufgaben und ihre Fristen auf und kläre ihre Reihenfolge im nächsten Arbeitsgespräch.

Die vierte Woche. Beim Rückblick erkennst du, dass dir Schwerter schwerer fallen als Kelche. Nimm deshalb als nächste Lernaufgabe täglich eine Schwertkarte gezielt aus dem Deck und beschreibe sie, ohne eine neue Frage zu stellen. Studium und Ziehen sind verschiedene Übungen. Für das Studium musst du nicht auf eine zufällig erscheinende Karte warten.

Was erschwert den Einstieg ins Kartenlegen?

  • Alle Bedeutungen auf einmal pauken. Ordne eine Karte zuerst ihrer Familie zu und verbinde ein Stichwort mit einem sichtbaren Detail. Eine lange Liste ohne Bezug zur Frage bleibt abstrakt.
  • Sofort zehn Karten auslegen. Übe zunächst, drei Positionen auseinanderzuhalten. Erst dann haben zusätzliche Plätze einen klaren Zweck.
  • Harte Karten schönreden. Der Tod behandelt Ende, Loslassen und Transformation. Ein Abschluss bleibt ein Abschluss; ersetze ihn nicht automatisch durch einen angenehmen Neuanfang.
  • Bis zur gewünschten Antwort nachziehen. Lies die vorhandenen Karten fertig. Schreibe daneben, welcher Teil dir missfällt und welche Antwort du erwartet hast.
  • Das erste Gefühl zur Tatsache erklären. Notiere es, aber vergleiche es mit Kartenbedeutung und Lebensumständen. Eine spontane Assoziation ist ein Ausgangspunkt für die Deutung.
  • Buch und Bild gegeneinander ausspielen. Grundbedeutungen geben Orientierung, Bilddetails machen sie konkret. Prüfe beides an derselben Frage.
  • Nur passende Beobachtungen aufheben. Auch ein Tag ohne erkennbaren Bezug gehört in dein Heft. Sonst sieht dein Rückblick geschlossener aus, als deine Erfahrung tatsächlich war.

Übe weiter mit einem überschaubaren Rhythmus

Behalte die Tageskarte und das Heft bei. Widme anschließend jeder Farbe eine eigene Woche und lege ihre Zahlenkarten gelegentlich in Reihenfolge aus. Beschreibe, wie sich Anfang, Spannung und Abschluss voneinander unterscheiden. Wähle zum Schluss eine Karte, deren Bedeutung du mit einem konkreten Beispiel erklären kannst.

Wenn dein Deck gerade nicht zur Hand ist, öffne in der Larisa-App „Tägliche Tarotkarte“ und nutze „Tageskarte aufdecken“. Betrachte das Bild, schreibe deinen eigenen Satz und lies erst danach die Deutung. Vergleiche die Schwerpunkte beider Texte, ohne deine Beobachtung nachträglich umzuschreiben.

Mit der Tarot-Geburtskarte lernst du eine Große Arkana über ein persönliches Rechenbeispiel kennen. Für deine Vorbereitung findest du Anregungen beim Mischen der Karten und beim Reinigen eines Decks. Rituale bleiben deine Wahl; die eigentliche Lernarbeit geschieht am Bild und an der Frage.

Vergleiche als Nächstes die Tarot-Legesysteme und prüfe, welche Positionen dein Anliegen brauchen. Bei geschlossenen Fragen hilft Ja-Nein-Tarot, die Tendenz einer Karte mit ihrer Begründung zu verbinden. Was Tarot aussagt vertieft den Unterschied zwischen symbolischer Deutung und dem, was du über eine Situation tatsächlich weißt.

Larisas Ansatz

Meine Neugier hat mich zum Tarot geführt. Nach den Grundbedeutungen habe ich die mythologischen Geschichten, astrologischen Verbindungen, esoterischen Symbole und Archetypen der Karten erforscht. So wurde Tarot für mich zu einer symbolischen Sprache, die sich Schicht für Schicht öffnet. Anfängern rate ich, beim Kennenlernen einer Karte auch das erste Gefühl zu beachten, das sie auslöst, und beim Auswendiglernen nicht stehenzubleiben. Am Anfang meines Weges stand die Entscheidung, auf meine innere Stimme zu hören.

Häufige Fragen

Brauche ich eine besondere Begabung zum Kartenlegen?

Du brauchst Aufmerksamkeit und Übung. Beginne damit, Bilddetails zu beschreiben und die Grundbedeutung mit einer überschaubaren Frage zu verbinden. Eine erste Empfindung ist eine Beobachtung, die du neben die Bedeutung schreibst. Prüfe anschließend, worauf deine Deutung beruht, statt jedes Gefühl sofort als Antwort zu behandeln.

Muss mein erstes Tarotdeck ein Geschenk sein?

Nein, du kannst es selbst aussuchen. Betrachte einige Karten vor dem Kauf und prüfe, ob dir Figuren, Gegenstände und Farben deutlich genug erscheinen. Eine Legende über geschenkte Decks ist keine Voraussetzung für deine Praxis. Entscheidend ist, dass du mit den Bildern regelmäßig arbeiten möchtest.

Gehören umgekehrte Karten von Anfang an dazu?

Du kannst zunächst mit aufrechten Karten üben. Sobald deren Themen vertrauter sind, ergänze Umkehrungen als Verzögerung, Übermaß, Mangel oder inneren Vorgang. Lege vor jeder Übung fest, ob du Umkehrungen berücksichtigst. Eine überraschende Karte ist kein Anlass, diese Regel während der Legung zu ändern.

Ist das Reinigen eines neuen Decks Pflicht?

Nein, das ist eine Frage deiner Gewohnheiten. Ein ruhiger Platz und ein bewusst gewählter Beginn genügen zum Üben. Wenn du ein Ritual magst, behandle es als Vorbereitung deiner Aufmerksamkeit. Das Kennenlernen der Karten und sorgfältige Notizen bleiben die Grundlage deiner Deutung.

Die Deutungen von Larisa Tarot dienen der persönlichen Bewusstwerdung, der Selbstreflexion und der Unterhaltung. Sie enthalten keine Gewissheit, keine Garantie für die Zukunft und kein Versprechen eines bestimmten Ergebnisses.