Glossar

Tarot-Geburtskarte

Kurz gesagt

Eine Tarot-Geburtskarte ist eine Karte der Großen Arkana, die durch eine numerologische Rechnung aus dem Geburtsdatum bestimmt wird. Die Tarot-School-Methode ergibt zwei Karten oder die Dreierfolge Sonne, Rad des Schicksals und Magier. Die gewählte Rechenregel legt die Zuordnung fest; für die Deutung vergleichst du deren Themen mit deinen eigenen Erfahrungen.

Was ist eine Tarot-Geburtskarte?

Eine Tarot-Geburtskarte ist eine durch die Zahlen eines Geburtsdatums zugeordnete Karte der Großen Arkana. Die Große Arkana umfasst 22 Karten mit grundlegenden symbolischen Themen. Bei der hier verwendeten Tarot-School-Methode entstehen aus dem Datum zwei zusammengehörige Karten; beim Ergebnis 19 kommt eine dritte hinzu. Dieses Verfahren verwendet die Rider–Waite–Smith-Nummerierung mit Kraft VIII und Gerechtigkeit XI.

Die Karten werden für die Berechnung nicht gezogen. Ihr Zusammenhang entsteht durch eine festgelegte Zahlenreduktion, also das Zusammenzählen bestimmter Ziffern oder Zahlenteile. Daher bleibt die Zuordnung bei demselben Datum und derselben Methode gleich. Deine Fragen an die Karten können sich dagegen mit dem jeweiligen Anlass verändern.

Die Tarot School unterscheidet folgende zwölf Kombinationen. Die letzte Spalte stellt die Themen der verbundenen Karten nebeneinander, die du auf eine eigene Situation beziehen kannst, etwa einen Abschluss und den Umgang mit fortbestehender Verantwortung.

Zahlen Karten Symbolischer Vergleich
10 / 1 Das Rad des Schicksals, Der Magier Wechselnde Bedingungen und eigener Einsatz
11 / 2 Die Gerechtigkeit, Die Hohepriesterin Abwägen und stilles Wahrnehmen
12 / 3 Der Gehängte, Die Herrscherin Innehalten und pflegendes Gestalten
13 / 4 Der Tod, Der Herrscher Ende einer Form und bestehende Ordnung
14 / 5 Die Mäßigkeit, Der Hierophant Abstimmung und überliefertes Wissen
15 / 6 Der Teufel, Die Liebenden Bindender Druck und eine eigene Wahl
16 / 7 Der Turm, Der Wagen Erschütterte Grundlage und Ausrichtung
17 / 8 Der Stern, Die Kraft Hoffnung und geduldige Selbstbeherrschung
18 / 9 Der Mond, Der Eremit Ungewissheit und genaue Betrachtung
19 / 10 / 1 Die Sonne, Das Rad des Schicksals, Der Magier Sichtbarkeit, Wandel und Handlung
20 / 2 Das Gericht, Die Hohepriesterin Rückschau und heranreifende Erkenntnis
21 / 3 Die Welt, Die Herrscherin Abschluss und fortgesetzte Fürsorge

Der Narr ist in dieser Konvention ausgeschlossen, weil die Rechnung den positiven Kartenzahlen 1 bis 21 zugeordnet wird. Seine Null erhält hier keinen Ersatzwert. Das unterscheidet dieses Verfahren von Varianten, die 22 als Narren lesen und anschließend auf 4 reduzieren.

Moderne Zahlenverfahren mit unterschiedlichen Regeln

Die Verbindung von Geburtsdatum und Tarot gehört zur modernen numerologischen Kartenpraxis. Mary Greer berichtet in einem Interview von 2011, sie habe eine Geburtskartentechnik 1977 von Angeles Arrien gelernt und später mit deren Erlaubnis darüber geschrieben. Diese persönliche Entstehungsgeschichte erklärt eine wichtige Überlieferungslinie. Für die praktische Arbeit hältst du das ermittelte Kartenpaar zusammen: Eine Karte beschreibt etwa eine Bindung, die andere stellt dazu die Frage nach deiner eigenen Wahl.

Greers Arbeit verwendet die Begriffe Persönlichkeitskarte und Seelenkarte. Ihr Buch Archetypal Tarot erschien 2021 unter diesem Titel und war zuvor als Who Are You in the Tarot? veröffentlicht worden. Diese Benennungen gehören zur symbolischen Arbeit mit den Karten. Beim Vergleichen verschiedener Schulen lohnt es sich, sowohl die Rechnung als auch die Bezeichnungen ihrer Ergebnisse festzuhalten.

Die Tarot School veröffentlicht einen eigenen Rechenweg und weist ausdrücklich auf abweichende Verfahren hin. Besonders wichtig sind dort das geteilte Geburtsjahr, die Behandlung dreistelliger Summen und das Ergänzen einer höheren Partnerkarte bei einem einstelligen Ergebnis. Du verwendest damit eine benannte Lesekonvention, deren Schritte sich nachrechnen lassen. Die anschließende Bedeutung entsteht beim Betrachten der Karten und deiner konkreten Frage, nicht allein beim Addieren.

Den Rechenweg festhalten und das Ergebnis befragen

Das Datum in vier Teile zerlegen. Verwende Monatszahl, Tag, Jahrhundert und die letzten beiden Jahresziffern. Bei einem Datum aus den Jahren 1900 bis 1999 ist der Jahrhundertanteil 19, bei einem Datum aus den Jahren 2000 bis 2099 ist er 20. Addiere diese vier Zahlen zunächst als Zahlen, ohne bereits jede Ziffer einzeln zu summieren.

Die Zwischenwerte richtig behandeln. Eine dreistellige Summe wird in ihre ersten beiden Ziffern als gemeinsame Zahl und ihre letzte Ziffer zerlegt. Aus 123 wird deshalb 12 + 3 = 15. Eine zweistellige Zahl über 21 wird durch ihre Quersumme weiter reduziert; für eine passende Kartenzahl von 10 bis 21 hältst du die höhere Karte und anschließend ihre einstellige Reduktion fest.

Den Sonderfall erkennen. Führt die Rechnung direkt zu einer einzelnen Ziffer, ergänzt du deren höhere Partnerkarte aus der Kombinationstabelle. Bei 3 verwendet diese Schule den Gehängten mit 12, nicht automatisch die Welt mit 21. Führt der Weg dagegen über 19, bleiben Sonne, Rad des Schicksals und Magier als Dreierfolge erhalten.

Ein frei erfundenes Datum zeigt die Schritte zusammenhängend. Die folgende Rechnung ergibt die Kombination Teufel und Liebende; die Kartennamen werden erst nach dem Rechnen eingesetzt.

Schritt Rechnung für den 15. April 1985
Vier Datumsbestandteile addieren 4 + 15 + 19 + 85 = 123
Dreistellige Summe nach der Schulregel aufteilen 12 + 3 = 15
Höhere Karte zuordnen 15: Der Teufel
Auf eine Ziffer reduzieren 1 + 5 = 6: Die Liebenden

Beide Themen konkret werden lassen. Beim Teufel geht es um Abhängigkeit, Kontrolle und eingeschränkte Freiheit, bei den Liebenden um Verbindung und eine wertebezogene Wahl. Als Betrachtung einer freiwillig übernommenen Aufgabe fragt das Paar, welchem Wunsch du folgst und welcher Druck deine Entscheidung beeinflusst. Benenne eine tatsächlich bekannte Verpflichtung und den Spielraum, den du darin selbst wahrnimmst.

Eine eigene Beobachtung ergänzen. Schreibe neben das Kartenpaar eine Situation, die du aus eigener Erfahrung beschreiben kannst. Unterscheide dabei den Kartensinn, deine persönliche Verbindung dazu und eine offene Frage. Die Rechnung liefert einen Ausgangspunkt für diese Betrachtung, keinen Beleg für eine lebenslange Aufgabe oder ein bevorstehendes Ereignis.

Vier erfundene Daten, vier verschiedene Ergebnisse

Die Dreierfolge am 4. Juni 1980. Die Rechnung lautet 6 + 4 + 19 + 80 = 109, danach 10 + 9 = 19 und weiter 19 → 10 → 1. Sonne, Rad des Schicksals und Magier verbinden sichtbaren Selbstausdruck mit wechselnden Bedingungen und bewusst eingesetzten Mitteln. Bei einer selbst vorbereiteten Lesung kannst du damit betrachten, was du zeigen möchtest, welche Rahmenbedingungen vorliegen und welchen Teil du selbst gestaltest. Halte zu jeder Karte eine eigene Antwort fest, statt alle drei unter „Erfolg“ zusammenzufassen.

Abstimmung und Lernen am 12. März 1970. Aus 3 + 12 + 19 + 70 = 104 entsteht 10 + 4 = 14 und daraus 5. Die Mäßigkeit und der Hierophant stellen das Anpassen verschiedener Anforderungen neben überliefertes Wissen. Für eine neue Übungsroutine prüfst du, welche Grundlage du lernen möchtest und wie sie in deinen vorhandenen Wochenablauf passt. Benenne eine konkrete Übung und den Platz, den du ihr einräumen willst.

Ein ergänztes Paar am 2. März 2005. Mit 3 + 2 + 20 + 5 = 30 führt die Rechnung unmittelbar zu 3. Nach der festgelegten Tabelle ergänzt du 12 und betrachtest den Gehängten zusammen mit der Herrscherin. Bei einem ruhenden Kreativprojekt lässt sich damit zwischen bewusstem Abwarten und einer kleinen pflegenden Tätigkeit unterscheiden. Notiere, welcher Teil tatsächlich warten muss und welchem vorhandenen Material du schon Aufmerksamkeit schenken möchtest.

Ein schwieriges Motiv am 2. Januar 1990. Die Summe 1 + 2 + 19 + 90 = 112 ergibt 11 + 2 = 13 und anschließend 4. Tod und Herrscher stellen Abschluss und Verlust neben Struktur und Verantwortung. Wenn eine bekannte Aufgabe bereits beendet ist, kannst du prüfen, welche ihrer Regeln deinen Alltag weiterhin bestimmt. Benenne den tatsächlich abgeschlossenen Teil und eine Verpflichtung, die unabhängig davon fortbesteht.

Häufige Fragen

Warum zeigen verschiedene Rechner verschiedene Geburtskarten?

Die Verfahren zerlegen das Datum unterschiedlich und behandeln Zwischenwerte verschieden. Die Tarot School trennt das Jahr in Jahrhundert und letzte zwei Ziffern; andere Verfahren addieren das ganze Jahr. Vergleiche deshalb zunächst die vollständigen Rechenschritte, bevor du unterschiedliche Ergebnisse als widersprüchliche Aussagen über dich auffasst.

Was geschieht in dieser Methode mit der Zahl 22?

In der Tarot-School-Konvention wird 22 weiter zu 4 reduziert und mit 13 verbunden: der Herrscher und der Tod. Der Narr gehört dort nicht zu den berechneten Paaren. Andere Konventionen setzen 22 für den Narren ein; diese zusätzliche Regel solltest du nicht unbemerkt in die gewählte Rechnung übernehmen.

Bestimmt die Geburtskarte meine Persönlichkeit?

Eine rechnerische Zuordnung legt deine Persönlichkeit nicht fest. Du kannst die Karten als Anregung verwenden, um einen eigenen Wunsch, eine Entscheidung oder ein wiederkehrendes Thema genauer zu beschreiben. Wenn du keinen Bezug zu deiner Erfahrung findest, musst du dafür keine passende Lebensgeschichte erfinden.

Brauche ich meine Geburtszeit oder meinen Geburtsort?

Für diese Rechnung genügt das Datum mit Tag, Monat und vollständigem Jahr. Uhrzeit und Ort gehen nicht in die Summen ein. Ein astrologisches Geburtshoroskop beruht auf anderen Angaben und Berechnungen; die Geburtskarte ist deshalb kein verkürztes Horoskop und auch keine Bestimmung deines Aszendenten.

Was gilt, wenn eine Geburtskarte in einer Legung auftaucht?

Lies sie zuerst auf dem Platz, auf dem sie tatsächlich liegt. Danach kannst du vergleichen, ob ihre Bedeutung einen Bezug zu deiner früheren Beschäftigung mit der Geburtskarte hat. Die persönliche Zuordnung verändert weder die übrigen Positionen noch macht sie diese Karte automatisch zum wichtigsten Teil der Legung.

Die Deutungen von Larisa Tarot dienen der persönlichen Bewusstwerdung, der Selbstreflexion und der Unterhaltung. Sie enthalten keine Gewissheit, keine Garantie für die Zukunft und kein Versprechen eines bestimmten Ergebnisses.