Kurz gesagt
Tarotkarten mischen heißt, ihre Reihenfolge vor einer Legung zu verändern. Überhandmischen, Riffeln und das Vermischen auf dem Tisch bewegen die Karten unterschiedlich; bloßes Abheben verschiebt dagegen zusammenhängende Stapel. Wähle einen gut handhabbaren Ablauf und lege vorher fest, wie du mit umgekehrten Karten umgehst.
Was bedeutet es, Tarotkarten zu mischen?
Das Mischen von Tarotkarten ist das Verändern ihrer Reihenfolge, bevor du Karten für eine Legung auswählst. Ein übliches Tarotdeck enthält 78 Karten, deren Anordnung etwa nach einer Lernübung noch bekannt ist. Durch das Mischen löst du diese vorbereitete Folge auf. Welche Karte später welche Aufgabe erhält, bestimmt anschließend das gewählte Legesystem.
Abheben und Mischen sind unterschiedliche Handgriffe. Beim einfachen Abheben nimmst du einen zusammenhängenden Teil des Stapels und setzt ihn unter den anderen; innerhalb der beiden Teile bleibt die Folge erhalten. Beim Überhandmischen überträgst du dagegen wiederholt kleinere Pakete, beim Riffeln greifen Karten aus zwei Stapeln ineinander. Auch das Auswählen aus einem aufgefächerten Deck ist ein eigener Schritt und noch keine Mischmethode.
| Vorgehen | Bewegung der Karten | Worauf du achten kannst |
|---|---|---|
| Überhandmischen | Kleine Pakete wandern wiederholt von einer Hand in die andere | Unterschiedliche Paketgrößen statt stets derselben Teilung |
| Riffeln | Zwei Teilstapel werden ineinandergeführt | Kartenformat und Biegsamkeit des Materials |
| Auf dem Tisch vermischen | Verdeckte Karten werden verteilt und gegeneinander verschoben | Dabei kann sich auch ihre Ausrichtung ändern |
| Abheben | Ein oder mehrere ganze Stapel wechseln ihre Lage | Die Reihenfolge innerhalb jedes Stapels bleibt bestehen |
| Auf Häufchen verteilen | Karten werden nacheinander auf mehrere Plätze gelegt | Ein festes Verteilmuster ist weiterhin eine geordnete Anordnung |
Zur Vorbereitung gehört außerdem die Frage, mit der du lesen möchtest. Das Formulieren und das Mischen lassen sich nacheinander erledigen: erst den Anlass benennen, dann die Karten bewegen. Du brauchst beim Umgang mit dem Deck nicht gleichzeitig eine komplizierte Frage auswendig festzuhalten. Ein kurzer notierter Satz genügt als Bezugspunkt für die spätere Deutung.
Was Waite über Mischen und Abheben schreibt
Historische Tarotbücher verbinden die Vorbereitung mit ihren jeweiligen Legesystemen. In The Pictorial Key to the Tarot beschreibt Arthur Edward Waite beim Keltischen Kreuz zunächst die Auswahl eines Signifikators, also einer stellvertretenden Karte. Danach sollen die übrigen Karten verdeckt gemischt und dreimal abgehoben werden. Diese Abfolge gehört zu seiner beschriebenen Variante des Kreuzes.
Bei einer anderen Methode nennt Waite ausdrücklich das Drehen einiger Karten und lässt die fragende Person mit der linken Hand abheben. Das Verändern der Reihenfolge und das gezielte Drehen von Karten sind zwei unterschiedliche Schritte innerhalb dieser Vorbereitung. Die Hand, die Zahl der Wiederholungen und das Einbeziehen umgekehrter Karten bilden einen bestimmten Ablauf. Für deinen eigenen Ablauf legst du getrennt fest, wie du die Reihenfolge veränderst und wie umgekehrte Karten in den Stapel gelangen.
Heutige Bezeichnungen wie Überhandmischen und Riffeln stammen auch aus dem Umgang mit gewöhnlichen Spielkarten. Bicycle beschreibt diese Techniken als unterschiedliche Arten, Karten zu bewegen; sie sind nicht an eine esoterische Bedeutung gebunden. Für eine Tarotlegung kommt die inhaltliche Vorbereitung hinzu: Frage, Anzahl und Aufgaben der gezogenen Karten. Der Mischvorgang und das anschließende Lesen bleiben zwei aufeinander bezogene Tätigkeiten.
Das Deck für eine klare Frage vorbereiten
Die vorhandene Ordnung berücksichtigen. Nach dem Sortieren nach Farben oder Zahlen liegt ein erkennbares Muster vor. Verändere die Folge durch wiederholtes Mischen, statt nur den oberen Teil einmal nach unten zu setzen. Wenn du Karten zunächst auf Häufchen verteilst, ergänze einen Mischvorgang, der diese feste Anordnung wieder auflöst.
Die Ausrichtung bewusst behandeln. Entscheide vor Beginn, ob umgekehrte Karten zur Lesart gehören. Beim Verschieben auf dem Tisch können sich einzelne Karten drehen, während ein ungedreht übertragenes Paket seine Richtung behält. Betrachte diese Bewegung getrennt von der Frage, welche Bedeutung du einer umgekehrten Karte später im Zusammenhang gibst.
Einen handhabbaren Ablauf wählen. Probiere die Bewegung zunächst ohne Deutungsfrage aus und achte darauf, ob du das Deck sicher zusammenhalten kannst. Bei einem sperrigen Format ist das Vermischen auf dem Tisch ebenso eine vollständige Möglichkeit wie das Arbeiten mit kleinen Paketen. Vermeide es, eine unbequeme Bewegung nur deshalb fortzusetzen, weil sie besonders gekonnt aussieht.
Von der Vorbereitung zur Auswahl wechseln. Lege fest, ob du nach dem Mischen von oben ziehst oder Karten aus einem verdeckten Fächer auswählst. Halte dann die Reihenfolge der vorgesehenen Positionen ein. Weiteres Mischen ersetzt keine Entscheidung darüber, ob du gerade nach einem Hindernis, einem eigenen Wunsch oder einem möglichen Handlungsschritt fragst.
Unterbrechungen sachlich einordnen. Rutscht eine Karte heraus, wende deine vorher vereinbarte Regel für herausfallende Karten an. Eine kurz unterbrochene Bewegung verlangt weder eine neue Frage noch zusätzliche Karten. Falls dir erst jetzt auffällt, dass du zwei verschiedene Themen vermischst, formuliere eines davon für die kommende Legung eindeutig.
In der Larisa-App wird dir das Deck bereits gemischt und verdeckt zur Auswahl angeboten; du wählst daraus die Karten selbst. Die Reihenfolge wird also vor deiner eigenen Auswahl digital vorbereitet. Eine persönliche Abhebezeremonie oder eine bestimmte Bewegung deiner Hände ist dafür nicht vorgesehen.
Vier unterschiedliche Anlässe für denselben Handgriff
Nach einer Übung mit den vier Assen. Du hast die Asse nebeneinander betrachtet und danach wieder oben auf das Deck gelegt. Vor einer neuen Legung mischst du sie in den übrigen Stapel ein, statt diese bekannte Folge als ungeplantes Ergebnis zu behandeln. Die vorbereitete Kartenbetrachtung war eine Lernübung; die neue Auswahl erhält nun ihre eigene Frage. Notiere etwa, welchen Anfang du bei einem Schreibvorhaben näher betrachten möchtest.
Ein festgelegter aufrechter Durchgang. Für einen Vergleich der Kartenbedeutungen möchtest du heute nur aufrechte Karten verwenden. Du richtest sie entsprechend aus und überträgst beim Überhandmischen kleine Pakete, ohne sie zu drehen. Taucht die Fünf der Stäbe auf, liest du Konkurrenz und widerstreitende Ziele weiterhin als schwieriges Thema. Die aufrechte Lage macht aus Reibung keine Zustimmung.
Geteilte Vorbereitung am Tisch. Eine Freundin möchte ihre Rolle in einer gemeinsamen Freizeitgruppe betrachten. Ihr formuliert die Frage zusammen; anschließend mischst du, und sie bestimmt, welcher abgehobene Teil nach oben kommt. Damit beteiligt sie sich am vereinbarten Ablauf, ohne dass ihr der gewählten Stapelfolge schon eine Aussage zuschreibt. Erst die gezogenen Karten werden auf ihre jeweiligen Aufgaben bezogen.
Ein Lernvergleich mit absichtlich ausgewählten Karten. Du möchtest untersuchen, wie sich dieselbe Karte als Hindernis und als Rat lesen lässt. Dafür suchst du sie gezielt heraus und brauchst keine zufällige Auswahl. Kennzeichne die Übung als bewussten Vergleich, bevor du beide Deutungen aufschreibst. Das zeigt die Grenze des Mischens: Für das Erlernen von Positionen kann gerade eine bekannte Karte besonders nützlich sein.
Häufige Fragen
Wie oft muss ich ein Tarotdeck mischen?
Es gibt keine für jede Tarotlegung vorgeschriebene Anzahl. Entscheidend ist, dass du die vorherige Reihenfolge tatsächlich veränderst und den vorgesehenen Ablauf ausführst. Eine selbst gewählte Zahl kann dir beim Vorbereiten helfen; sie verleiht der anschließenden Deutung aber keine besondere Genauigkeit.
Muss ich das Deck mit der linken Hand abheben?
Die linke Hand gehört zu bestimmten überlieferten Abläufen, etwa einer von Waite beschriebenen Methode. Du kannst beim eigenen Lesen eine andere Hand verwenden oder auf das Abheben verzichten. Halte nur auseinander, welche Handlung eine historische Anweisung ist und welchen Ablauf du selbst gewählt hast.
Darf eine andere Person meine Karten mischen?
Ja, wenn ihr das so vereinbart. Die Person, für die du liest, kann mischen, abheben oder einfach die Frage mit dir klären. Wer die Karten berührt, ist eine praktische Absprache zwischen euch; daraus ergibt sich keine besondere Zuständigkeit für ihre Bedeutung.
Entstehen beim Überhandmischen automatisch umgekehrte Karten?
Solange du die Kartenpakete nicht drehst, behalten die Karten ihre bisherige Ausrichtung. Bereits umgekehrte Karten bleiben allerdings umgekehrt. Möchtest du ausschließlich aufrecht lesen, richte das ganze Deck vorher entsprechend aus und achte beim Mischen darauf, keine Teilstapel zu drehen.
Was mache ich, wenn die Karten für meine Hände zu groß sind?
Vermische die Karten verdeckt auf einer freien Tischfläche und sammle sie anschließend wieder ein. Beim Überhandmischen kannst du auch kleine Kartenpakete von einer Hand in die andere gleiten lassen. Entscheidend ist, dass du das Deck gut halten und die Bewegung ohne verkrampfte Hände ausführen kannst.
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Die Deutungen von Larisa Tarot dienen der persönlichen Bewusstwerdung, der Selbstreflexion und der Unterhaltung. Sie enthalten keine Gewissheit, keine Garantie für die Zukunft und kein Versprechen eines bestimmten Ergebnisses.
