Ratgeber

Katina und Tarot im Vergleich

Kurz gesagt

Katina hat 65 Karten in Personen-, Pferde-, Geist-, Element- und Symbolgruppen. Tarot umfasst 22 Karten der Großen Arkana und 56 Karten der Kleinen Arkana in vier Farben. Wähle das Deck nach der Bildsprache, die du lernen möchtest, und der Legung, die deine Frage gliedert; lies die Bedeutungen beider Decks in getrennten Aufzeichnungen.

Was unterscheidet Katina von Tarot?

Katina und Tarot unterscheiden sich im Aufbau ihrer Decks und in den Verbindungen zwischen den Bedeutungen: Katina umfasst 65 Karten in Gruppen, Tarot 78 Karten in Großer und Kleiner Arkana. Personentypen, Pferde und Symbole gliedern Katina; Farben, Zahlen und Hofkarten gliedern Tarot. Beziehung, Arbeit und Entscheidung lassen sich in beiden Bildsprachen betrachten, jeweils mit ihren eigenen Karten und Positionen.

Merkmal Katina Tarot
Umfang 65 Karten 78 Karten
Grundstruktur Katina-Kartengruppen Große Arkana und Kleine Arkana
Personenbilder Damen, Herren und Sultane als Typen Hofkarten als Typ, Haltung oder Entwicklungsweise
Weitere Ordnung Pferde, Geister, Elemente, Herrscher und Symbole Vier Farben mit Zahlenkarten und Figuren
Umkehrungen Eigenes Thema als Verzögerung, Übermaß oder Schatten Eigenes Thema in seinem konkreten Zusammenhang
Beispielthemen Beziehung, Familie, Kommunikation und Wahlmöglichkeiten Beziehung, innere Anliegen, Entscheidungen und Arbeit

Vergleiche die Eigenschaften, statt einem Deck einen festen Zuständigkeitsbereich zuzuteilen. Mida beschreibt Distanz, Kühle und Empfindlichkeit; die Königin der Kelche Mitgefühl, Intuition und Aufmerksamkeit für Gefühle. Beide Figuren werden erst durch den Platz mit einer konkreten Frage verbunden. Auf einem Platz für deine eigene Haltung untersuchst du die Eigenschaft bei dir, auf einem Umfeldplatz anhand bekannter Begegnungen.

Für den Einstieg brauchst du keine Rangfolge der Decks. Notiere, welche Bilder dich ansprechen und welche Bedeutungen du erklären kannst. Ein gutes Vergleichsblatt nennt für jeden Gedanken die tatsächlich gezogene Karte und ihren Platz. So erkennst du, ob eine Ähnlichkeit aus den Karten, deiner Frage oder einer eigenen Assoziation stammt.

Markiere außerdem deine Lernmethode: Eine zufällige Ziehung und eine bewusst ausgewählte Karte zum Bildvergleich sind verschiedene Übungen. Beide liefern brauchbare Notizen, wenn du ihren jeweiligen Ausgangspunkt festhältst.

Sechs Schritte zur passenden Bildsprache

1. Bestimme zuerst den Gegenstand

Schreibe eine offene Frage über deine Situation. „Welche Erwartung möchte ich in diesem Familiengespräch klären?“ eignet sich für beide Decks. Tarotfragen formulieren hilft, den eigenen Anteil zu benennen. Halte den Gegenstand fest, bevor du aus vertrauten Bildern ein Deck auswählst; die Auswahl bekommt dadurch eine nachvollziehbare Begründung.

2. Prüfe die Breite des Anliegens

Eine einzelne Gesprächsfrage verlangt weniger Plätze als ein Vergleich mehrerer Arbeitsmöglichkeiten. Teile ein großes Anliegen in Werte, praktische Bedingungen und offene Fragen. Schreibe auf, welche Teile du in einer Legung bearbeiten möchtest. Die Deckstruktur und die Aufgaben der Plätze geben dieser Auswahl einen Rahmen, während nicht gewählte Themen in eigenen Notizen bleiben.

3. Vergleiche die verfügbaren Legungen

Die Tarot-Entscheidungslegung vergleicht zwei Optionen mit sieben Karten. Katinas Drei Wege stellt drei Möglichkeiten mit zehn Karten gegenüber. Für Beziehungen stehen der Spiegel des Herzens und eine Tarot-Beziehungslegung bereit. Lies die Aufgaben im Voraus und ordne deine Frage den Plätzen zu.

4. Halte gleiche Namen und verschiedene Bedeutungen auseinander

Im Katina-Deck behandelt Der Mond tiefe, romantische Gefühle; im Tarot steht Der Mond unter anderem für Unsicherheit, Täuschung und verborgene Regungen. Notiere Deck und Kartenthema miteinander. Auch bei umgekehrten Karten bleibt die Deutung im jeweiligen System, statt den vertrauten Namen als Abkürzung zu verwenden.

5. Beende jede Vergleichslegung für sich

Lies erst sämtliche Plätze des ersten Decks und schreibe einen vollständigen Satz zur Frage. Beginne danach die zweite Legung mit derselben Ausgangsfrage oder einer ausdrücklich notierten Änderung. Stelle die Zusammenfassungen nebeneinander und markiere Unterschiede. Bewahre schwierige Themen in beiden, statt nur die angenehmste Aussage aus jeder Legung auszuwählen.

6. Wähle den nächsten Lernschritt anhand deiner Notizen

Prüfe, welche Karten du leicht erklärst und welche du regelmäßig verwechselst. Nimm für eine Woche eine Tarotfarbe, für die nächste eine Katina-Gruppe zum Lernen. Vergleiche einzelne Themen in eigenen Worten. Die vertrautere Bildsprache ergibt sich aus deiner Übung; ein komplizierteres oder größeres Deck ersetzt das genaue Lesen einer Karte nicht.

Beispiel: bleiben, umziehen oder von zuhause arbeiten

Die Frage: „Welche Bedürfnisse und Bedingungen möchte ich bei meinen drei Arbeitsmöglichkeiten vergleichen?“ Die Person kennt drei Optionen: am bisherigen Ort bleiben, für eine Stelle umziehen oder eine Tätigkeit von zuhause beginnen. Sie schreibt Aufgaben, Entfernung und noch offene Bedingungen vor der Legung auf.

Katina mit drei Wegen. Die Mitte erhält Hesse und damit Sehnsucht sowie die Orientierung am eigenen Gefühl. Der erste Platz trägt die Bezeichnung „Position: Entscheidung / Energie“ und betrifft das Grundthema der Entscheidung. Die Wege werden über ihre Anfangs-, Entwicklungs- und Ergebnisaufgaben gelesen; die Platznummern unterscheiden die mehrfach verwendeten Positionsnamen.

Weg Anfang: „Position: Entscheidung / Licht“ Entwicklung: „Position: Entscheidung“ Ergebnis: „Position: Ergebnis / Entscheidung“
Bleiben Valide, Platz 2 Das Ebenholzrad, Platz 5 Der Smaragd des Wassers, Platz 8
Umziehen Das Segelboot, Platz 3 Dare, Platz 6 Der Feuerrubin, Platz 9
Zuhause arbeiten Ishafan, Platz 4 Der Fuchs, Platz 7 Turan, Platz 10

Beim Bleiben vergleicht die Person Autorität, Wiederholung und emotionalen Ausgleich. Beim Umziehen stehen Aufbruch, Krise und Leidenschaft nebeneinander. Die Arbeit zuhause verbindet Ideen mit List oder Verschleierung und gemeinsamer Planung. Jeder Weg wirft eigene Fragen auf: Welche Bindung möchte ich bewahren? Welche Umstellung unterschätze ich? Welche Bedingungen einer Zusammenarbeit sind noch unklar?

Tarot mit zwei Optionen. Die Person grenzt die zweite Legung ausdrücklich auf Bleiben und Umziehen ein. Auf Platz eins, „Position: Entscheidung“, liegt Acht der Kelche mit Unzufriedenheit und dem Wunsch nach Abstand. Die erste Option erhält Vier der Münzen, Acht der Münzen und Zehn der Münzen: Festhalten, Übung und langfristige Struktur. Die zweite erhält das Ass der Stäbe, Zwei der Schwerter und den Narren: Initiative, Unentschiedenheit und ein erster Schritt mit Risiko.

Die beiden Anfangsplätze heißen „Position: Entscheidung / Licht“, die Entwicklungsplätze „Position: Entscheidung“ und die Ergebnisplätze „Position: Ergebnis / Entscheidung“. Lies die jeweilige Kartengruppe als Fragen an Sicherheit, Arbeit und Neuerung. Die Ergebnisse stehen im Zusammenhang der ganzen Option, ohne die bekannten Bedingungen zu ersetzen.

Zusammen und als Schritt. Katina betont Bindung, Aufbruch, Krise und Planung; Tarot ergänzt Festhalten, Aufwand und fehlende Information. Lege pro Option eine Zeile mit bekannten Anforderungen und offenen Fragen an. Wähle einen fehlenden Punkt, den du vor deiner Entscheidung klärst, und halte die tatsächliche Antwort neben beiden Deutungen fest.

Welche Annahmen erschweren den Vergleich?

  • Katina als Tarot mit anderen Bildern behandeln. Gruppen und Bedeutungen werden neu gelernt. Farben und Zahlen sind keine passende Ersatzordnung für Katinas Karten.
  • Liebesfragen nur einem Deck zuordnen. Beide besitzen Beziehungslegungen. Vergleiche die Aufgaben ihrer Plätze und die jeweiligen Personenthemen.
  • Gleiche Namen gleich auslegen. Schreibe bei Sonne oder Mond beide Grundbedeutungen getrennt auf. Prüfe danach die tatsächliche Position.
  • Nur die freundlichere Zusammenfassung wählen. Krisen, Konflikte und Einschränkung bleiben in den Notizen. Ein angenehmes Thema streicht sie nicht aus.
  • Die Frage beim Deckwechsel unbemerkt verändern. Notiere jede Eingrenzung. Eine Dreierentscheidung und ein Zweiervergleich haben unterschiedliche Gegenstände.
  • Die Decks nach einer Ursprungsgeschichte bewerten. Schau auf Struktur, Bedeutungen und deine Lernfrage. Eine erzählte Geschichte ersetzt das Verständnis eines konkreten Bildes nicht.

Beide Decks mit einem klaren Vergleich üben

Gib zunächst jedem Deck eine eigene Woche. Ziehe morgens eine Karte oder wähle bewusst eine zum Lernen aus und kennzeichne den Unterschied. Notiere Gruppe oder Farbe, Bilddetail und Grundbedeutung. Nach zwei Wochen vergleichst du, wo dir die Erklärung leichtfiel und welche ähnlichen Namen du noch durcheinanderbringst.

Für eine Frage mit drei Optionen wähle in der Larisa-App „Legung: Katina / Weg“. Schreibe deine Möglichkeiten auf, ziehe zehn Karten und lies die drei Wegspalten selbst. Die Plätze zwei, fünf und acht gehören zum ersten Weg, drei, sechs und neun zum zweiten, vier, sieben und zehn zum dritten. Öffne danach die Deutung und vergleiche ihre Verbindungen mit deinen Notizen.

Katina-Karten legen und Tarotkarten legen lernen vertiefen die jeweilige Praxis. Vergleiche die Orientierung an Erfahrung beim Derwisch mit dem Rückzug und der Suche nach eigener Einsicht beim Eremiten. Die Katina-Liebeslegung zeigt anschließend, wie dieselbe Gruppenstruktur eine konkrete Beziehungsfrage gliedert. Wähle aus deinen Notizen einen Unterschied, den du in der nächsten Übung gezielt untersuchst.

Larisas Ansatz

Ich arbeite mit Rider–Waite, Katina und meinem eigenen Deck Larisa. Beim Tarot betrachte ich neben den klassischen Bedeutungen auch mythologische, astrologische und esoterische Symbole. Katina ist für mich überwiegend auf Beziehungen ausgerichtet. Ich untersuche, welche Hintergründe eine Situation hat und welche Dynamik im Verborgenen wirkt. In die symbolische Sprache der Karten bringe ich Wissen, Intuition und Erfahrung ein, unabhängig davon, mit welchem dieser Decks ich lese.

Häufige Fragen

Welches Deck passt besser zu einer Liebesfrage?

Beide Decks bieten Beziehungslegungen. Vergleiche Katinas Personentypen und Symbole mit Tarotfarben und Hofkarten. Wähle eine offene Frage und lies die Aufgaben der jeweiligen Plätze. Entscheide für die nächste Übung, welche Bildsprache du genauer kennenlernen möchtest, statt die Karten nach vermeintlicher Genauigkeit zu ordnen.

Kann ich beide Decks in derselben Legung mischen?

Lies beim Lernen zunächst getrennte Legungen mit derselben schriftlichen Frage. Beende die erste und halte ihre Zusammenfassung fest, bevor du die zweite beginnst. Notiere beim Vergleich Deck, Karte und Platz für jedes Thema. So bleiben gleichnamige Bilder mit unterschiedlichen Bedeutungen unterscheidbar.

Was übernimmt ein Tarotleser beim Lernen von Katina?

Die Gewohnheit, offen zu fragen, Positionen zu lesen und mehrere Karten zusammenzuführen, bleibt brauchbar. Katinas Bedeutungen lernst du neu anhand der Gruppen und einzelnen Karten. Vergleiche besonders vertraute Namen wie Sonne und Mond und schreibe die Unterschiede auf, bevor du größere Legungen deutest.

Wie unterscheiden sich umgekehrte Karten?

Beide Decks lassen umgekehrte Karten zu. Bei Katina untersuchst du Verzögerung, Übermaß oder Schatten ihres eigenen Themas, bei Tarot entsprechend die Bedeutung der jeweiligen Tarotkarte. Frage, Platz und Nachbarn entscheiden über den gewählten Bezug. Die Bedeutung einer gleichnamigen Karte aus dem anderen Deck bleibt getrennt.

Die Deutungen von Larisa Tarot dienen der persönlichen Bewusstwerdung, der Selbstreflexion und der Unterhaltung. Sie enthalten keine Gewissheit, keine Garantie für die Zukunft und kein Versprechen eines bestimmten Ergebnisses.