Tarot-Legesysteme

Spirituelle Tarotlegung

Kurz gesagt

Die spirituelle Tarotlegung untersucht eine persönliche Frage mit sechs Karten. Sie verbindet ein Lernthema mit dem Loslassen einer Gewohnheit, aktuellem Lernen, einer Kraftquelle, innerer Orientierung und einer Handlung. Du beziehst diese Themen auf dein eigenes Erleben und wählst einen kleinen Schritt für den Alltag.

Worum geht es bei einer spirituellen Tarotlegung?

Die spirituelle Tarotlegung ist ein Legesystem mit sechs Karten für eine Frage nach persönlicher Orientierung. Ihre Plätze betrachten ein Lernthema, eine loszulassende Gewohnheit, aktuelles Lernen, eine Kraftquelle, innere Orientierung und eine Handlung. Der Zusammenhang reicht damit von einer grundlegenden Frage bis zu ihrer konkreten Bedeutung im Alltag. Du kannst untersuchen, welche Werte du bewahren und welchen Umgang du verändern möchtest.

Die Legung passt, wenn ein Vorhaben abgeschlossen ist, sich eine vertraute Rolle verändert oder du eine wiederkehrende eigene Erwartung genauer betrachten willst. Eine bestimmte Erfahrung gibt den großen Begriffen einen greifbaren Bezug. Für ein klar umrissenes äußeres Hindernis ist die Fünf-Karten-Legung oft passender. Die Schattenarbeit setzt dagegen einen eigenen Schwerpunkt auf zurückgehaltene Gefühle und ihren Zusammenhang mit dem Verhalten.

Charakteristisch ist die letzte Position für einen praktischen Schritt. Ein Gedanke über Geduld, Freiheit oder Selbstständigkeit erhält hier eine überschaubare Anwendung. Du wählst selbst, welche Handlung zum vorhergehenden Zusammenhang passt. So bleibt die Betrachtung mit deinen Gewohnheiten und tatsächlichen Entscheidungen verbunden.

Wie findest du eine Frage zur inneren Orientierung?

Beginne bei einer Erfahrung, die dich noch beschäftigt, und beschreibe deine eigene Beteiligung. Ein konkreter Moment des Zögerns, ein veränderter Alltag oder eine bisher selbstverständliche Regel bietet mehr Ansatzpunkte als ein allgemeines Urteil über dein ganzes Leben.

  • Benenne den Anlass. Halte fest, was sich verändert hat und welche Frage dabei auftaucht. Nach einem abgeschlossenen Vorhaben kann das der Umgang mit plötzlich freier Zeit sein.
  • Frage nach deinem Maßstab. Überlege, welche Erwartung du an dich selbst mitbringst. Damit bekommen Lernthema und Loslassen einen gemeinsamen Bezug.
  • Lass verschiedene Gedanken zu. Schreibe vor dem Ziehen kurz auf, was du bereits vermutest oder erhoffst. Später kannst du diese Erwartung mit der Kartenbedeutung vergleichen.
  • Suche einen alltäglichen Ausdruck. Frage, woran du eine andere Haltung in einer kleinen Situation erkennen könntest. Eine bewusst freigehaltene Stunde ist greifbarer als der Vorsatz, grundsätzlich anders zu leben.

Geeignete Fragen lauten etwa: „Welche Erwartung möchte ich nach diesem Abschluss neu betrachten?“ oder „Wie kann ich meiner eigenen Neugier im Alltag Raum geben?“. Wähle einen Satz, der deine persönliche Einschätzung und einen möglichen Umgang miteinander verbindet.

Nimm dir Zeit für alle sechs Rollen und mische die Karten mit diesem Anliegen im Sinn. Ziehe sie in der nummerierten Reihenfolge und lege sie an die vorgesehenen Plätze. Notiere beim Aufdecken, welcher Gedanke dir zuerst kommt und auf welchen Teil der Bedeutung du ihn beziehst.

Die sechs Positionen und ihre Verbindung

Karte eins liegt oben in der Mitte. Darunter bilden zwei, drei und vier eine waagerechte Reihe; fünf liegt unter drei und sechs unter fünf. Die mittlere Achse verläuft somit durch eins, drei, fünf und sechs.

Nr. Positionsbezeichnung Rolle der Karte
1 Position: Fuehrung Spirituelles Lernthema und zentrale persönliche Frage
2 Position: Botschaft Eine Gewohnheit, Regel oder Bindung, die du loslassen möchtest
3 Position: Botschaft Das, was du gegenwärtig zu verstehen oder zu lernen versuchst
4 Position: Quelle Eine innere oder äußere Ressource, aus der du Kraft schöpfst
5 Position: Fuehrung Innere Orientierung und eigene Einschätzung
6 Position: Handlung Ein konkreter Schritt für den Alltag

Die waagerechte Reihe. Zwei, drei und vier verbinden eine bisherige Gewohnheit mit dem aktuellen Lernen und einer verfügbaren Ressource. Vergleiche, was du anders handhaben möchtest und was dich bei diesem Versuch trägt. Eine Fähigkeit, die du schon kennst, kann neben einer Frage stehen, deren Antwort noch offen ist.

Die senkrechte Achse. Eins benennt den übergeordneten Schwerpunkt, drei gibt ihm eine gegenwärtige Lernaufgabe. Fünf nimmt deine eigene Einschätzung hinzu; sechs führt die Betrachtung zu einem gewählten Verhalten. Folge dieser Linie, um den großen Begriff aus der ersten Karte in einer kleinen Alltagssituation wiederzufinden.

Ressource und eigener Bezug. Eine Kraftquelle lässt sich konkret benennen, etwa eine vorhandene Fertigkeit, ein vertrauter Ort oder Zeit, über die du frei verfügst. Innere Orientierung fragt danach, was dir im Zusammenhang damit wichtig ist. Unterscheide dabei den spontanen Gedanken vom sichtbaren Motiv einer Karte und von ihrer überlieferten Bedeutung.

Wie führt das Lernthema zu einem eigenen Schritt?

Gib der ersten Karte eine kurze Überschrift, die zur Frage passt. „Zeit ohne Leistungsmaßstab“ ist beispielsweise eine bestimmte Betrachtung von Freiheit; daran können die übrigen Plätze anschließen.

Loslassen und Lernen vergleichen. Lies die zweite und dritte Karte als Gegenüberstellung zweier Umgangsweisen. Eine Gewohnheit der sofortigen Planung neben einer Karte des Innehaltens eröffnet die Frage nach einer bewussten Unterbrechung. Beschreibe, an welcher Stelle deines Alltags du diesen Unterschied erkennst.

Eine Kraftquelle genau benennen. Verbinde die vierte Karte mit etwas, das bereits zugänglich ist. Bei einer Karte der Eigenständigkeit können selbst eingeteilte Stunden oder ein selbst gestalteter Arbeitsbereich wichtig werden. Halte fest, wie diese Ressource mit deinem Lernthema zusammenhängt.

Auf die eigene Reaktion hören. Stelle deinen ersten Gedanken zur fünften Karte neben ihre bekannte Bedeutung. Vielleicht spricht dich eine Seite des Motivs besonders an, während eine andere zunächst fremd wirkt. Dieser Unterschied liefert eine Frage an deine eigene Erwartung, die du mit einer konkreten Erfahrung verbinden kannst.

Den Schritt begrenzen. Formuliere für Karte sechs eine Handlung, deren Umfang du selbst überblickst. Sie sollte das Lernthema aufnehmen und die vorhandene Ressource berücksichtigen. Ein bestimmter kleiner Versuch ist anschließend leichter zu beschreiben als der allgemeine Vorsatz, sich vollständig zu verändern.

Große Themen und Umkehrungen. Die Große Arkana mit ihren 22 Trumpfkarten stellt umfassende Fragen nach Wahl, Haltung oder Wandel. Beziehe sie auf den jeweiligen Platz und den benannten Anlass. Eine Umkehrung liest du dort als Widerstand, Verzögerung, Übermaß oder inneren Vorgang; die angrenzenden Themen helfen, den passenden Bezug zu bestimmen.

Beispiel: Freie Zeit nach einem abgeschlossenen Vorhaben

Nach dem Ende eines persönlichen Projekts untersucht dieses Beispiel den Wunsch, freie Abende nicht sofort wieder vollständig zu verplanen.

Frage: „Welche Haltung möchte ich zu der freien Zeit finden, die nach meinem abgeschlossenen Projekt entstanden ist?“

Rolle Karte
1. Lernthema Der Gehängte
2. Loszulassende Gewohnheit Der Wagen
3. Aktuelles Lernen Vier der Schwerter
4. Kraftquelle Neun der Münzen
5. Innere Orientierung Die Hohepriesterin
6. Praktischer Schritt Bube der Kelche

Der Gehängte: das Lernthema. Innehalten und eine veränderte Sichtweise stehen im Mittelpunkt. Der Gehängte lenkt hier auf die Frage, wie du einen freien Abend betrachtest, wenn er keinem fertigen Ergebnis dienen muss.

Der Wagen: die Gewohnheit. Willenskraft und zielgerichtete Bewegung führen auf diesem Platz zu einer konkreten Frage: Wie stark ist dein Anspruch, jeden neuen Zeitraum sofort zu steuern? Betrachte, welche Form von Planung du bewusst beibehalten möchtest und wo du dir mehr Offenheit wünschst.

Vier der Schwerter: das aktuelle Lernen. Die Karte nimmt eine Unterbrechung von Anforderungen auf. Für die Frage heißt das, einem noch unverplanten Zeitraum einen eigenen Platz zu geben. Untersuche, welche Aufgabe du üblicherweise hineinlegen würdest, obwohl sie gar nicht ansteht.

Neun der Münzen: die Kraftquelle. Eigenständigkeit und Freude am selbst Gestalteten rücken deine vorhandenen Möglichkeiten in den Blick. Benenne, worüber du tatsächlich frei verfügen kannst, etwa Material für ein Hobby oder einen Abend ohne feste Zusage. Diese Ressource gibt dem Versuch einen konkreten Rahmen.

Die Hohepriesterin: innere Orientierung. Aufmerksames Zuhören und eine noch nicht ausformulierte Empfindung bilden das Thema. Halte fest, welche Tätigkeit dich im freien Moment interessiert, bevor du nach ihrem Nutzen fragst. Der Bezug liegt in deiner eigenen Wahrnehmung dieses Interesses.

Bube der Kelche: der praktische Schritt. Neugier auf ein Gefühl und sein erster Ausdruck führen die Betrachtung weiter. Eine kurze Skizze oder ein kleiner Text kann festhalten, was dich gerade anspricht. Wähle eine dieser Formen als überschaubaren Versuch, dessen Inhalt du selbst bestimmst.

Der Zusammenhang. Zielgerichtete Gewohnheit steht neben Pause, Eigenständigkeit und neugierigem Ausdruck. Halte an einem freien Abend einen einzelnen spontanen Eindruck in einer kleinen Skizze fest und notiere, was dich daran interessiert hat. Der Schritt verbindet die offene Haltung des Gehängten mit der greifbaren Geste des Buben.

Du kannst deine Frage in der Larisa-App zur Sechs-Karten-Legung „Legung: Klassisch / Fuehrung“ ergänzen. Die Deutung verbindet die einzelnen Rollen anschließend mit dem praktischen Schritt, sodass das Lernthema einen Bezug zu deinem beschriebenen Alltag erhält.

Larisas Ansatz

In meiner Deutung kommen die klassischen Bedeutungen und die Symbolik der Karten mit ihren mythologischen und astrologischen Verbindungen zusammen. Ich bringe meine Intuition und Erfahrung in diese Betrachtung ein. Durch die Karten versuche ich, verdrängte Gefühle, Wünsche, Ängste und Beziehungsmuster zu verstehen, auch innere Vorgänge, die einem Menschen noch wenig bewusst sind. Mein Ziel ist, die im Unbewussten wirkende Geschichte mithilfe der Symbole sichtbar werden zu lassen.

Häufige Fragen

Brauche ich eine bestimmte spirituelle Überzeugung für diese Legung?

Du kannst die sechs Plätze als Fragen nach deinen Werten, Gewohnheiten und Entscheidungen lesen. Der Begriff spirituelles Lernen erhält dabei den Bezug, den du ihm in deinem eigenen Leben gibst. Eine konkrete Situation und ein verständlicher nächster Schritt reichen als Rahmen für die Betrachtung.

Ist die sechste Karte eine Ergebniskarte?

Die sechste Position betrifft ausdrücklich eine Handlung, die du ausprobieren möchtest. Lies ihre Bedeutung mit dem Lernthema, den vorhandenen Ressourcen und deiner eigenen Einschätzung zusammen. Der Abschluss der Legung besteht damit in einem gewählten Verhalten.

Was heißt Loslassen bei einer aufrechten Karte?

Untersuche, welchen Teil ihrer Bedeutung du gerade anders gewichten möchtest. Eine Karte der Zielstrebigkeit kann auf diesem Platz etwa die Gewohnheit ansprechen, jede freie Stunde mit einem Ergebnis zu verbinden. Der konkrete Bezug entsteht aus deiner Frage und dem Vergleich mit der dritten Karte.

Wie unterscheiden sich innere Orientierung und Kraftquelle?

Die Kraftquelle fragt nach etwas, das du tatsächlich nutzen kannst: einer Fähigkeit, einer vorhandenen Gewohnheit oder einem zugänglichen Ort. Innere Orientierung betrifft deine eigene Einschätzung und eine Empfindung, die für die Frage wichtig ist. Vergleiche also die verfügbare Ressource mit dem, was du selbst darin suchst.

Wann greife ich die Legung wieder auf?

Notiere zunächst die gewählte Handlung und beobachte, wie du sie im Alltag umsetzt. Wenn daraus eine neue Frage entsteht oder sich eine Bedingung verändert, kannst du deine erste Deutung daran prüfen. Für einen einzelnen täglichen Schwerpunkt genügt eine Karte, während die sechs Positionen einen größeren Zusammenhang betrachten.

Die Deutungen von Larisa Tarot dienen der persönlichen Bewusstwerdung, der Selbstreflexion und der Unterhaltung. Sie enthalten keine Gewissheit, keine Garantie für die Zukunft und kein Versprechen eines bestimmten Ergebnisses.