Ratgeber

Tarot für sich selbst legen

Kurz gesagt

Tarot für dich selbst liest du mit einer klaren Frage und Abstand zu deiner eigenen Erwartung. Wähle einen ruhigen Zeitpunkt, beginne mit einer oder drei Karten und trenne Bild, Bedeutung und persönlichen Wunsch. Bewahre die erste Auslegung und überprüfe sie später anhand deiner Notizen.

Wie legt man Tarot für sich selbst?

Tarot für dich selbst legst du mit einer schriftlichen Frage, wenigen klar benannten Positionen und getrennten Notizen zu Wunsch und Deutung. Du übernimmst gleichzeitig die Rolle der lesenden und der fragenden Person. Das Schreiben schafft Abstand zwischen diesen beiden Aufgaben: zuerst dein Anliegen formulieren, danach die Karten untersuchen.

Eigene Fragen berühren oft genau das, was du erhoffst oder fürchtest. Eine Karte des Rückzugs liest du dann als Ablehnung, eine Karte des Anfangs als Bestätigung eines bestimmten Wunsches. Halte vor dem Ziehen fest, welche Antwort dir angenehm wäre und welche dich ärgert. Diese beiden Sätze geben deiner späteren Auslegung einen wichtigen Vergleich.

Notiz Inhalt Beispiel
Anliegen Das, was du untersuchst Ich schiebe ein eigenes Projekt auf
Wunsch Die Antwort, die du erhoffst Eigentlich fehlt mir nur mehr Zeit
Beobachtung Ein sichtbares Kartendetail Eine Figur sitzt abseits
Deutung Bedeutung mit Positionsbezug Ich untersuche bewussten Rückzug
Schritt Eine eigene Handlung Ich beschrifte die nächste kleine Aufgabe

Die Drei der Schwerter benennen Verletzung und schmerzhafte Wahrheit. Der Tod behandelt Ende, Verlust einer alten Form und Wandel. Lies diese Themen deutlich, ohne dich mit der Karte gleichzusetzen. Ein konkreter Zusammenhang trägt mehr als ein Urteil über deinen ganzen Charakter.

Kleine eigene Legungen verbinden das Lernen der Karten mit deinem Alltag. Jede notierte Frage zeigt dir später, unter welchen Bedingungen du eine Bedeutung gewählt hast. Gerade Unterschiede zwischen zwei Auslegungen derselben Karte machen sichtbar, wie stark Frage, Platz und persönliche Erwartung die Lesart prägen.

Lies deine eigenen Karten in acht Schritten

1. Wähle einen ruhigen Zeitpunkt

Ziehe nach einem Streit oder einer aufwühlenden Nachricht erst dann, wenn du deine Frage klar aufschreiben kannst. Notiere deine Stimmung mit einem konkreten Wort. Erschöpfung, Ärger und Vorfreude gehören zum Ausgangspunkt. Plane genug Zeit ein, um eine kurze Auslegung zu beenden. Ein überschaubarer Rahmen verhindert, dass du zwischen mehreren ungeklärten Fragen hin und her springst.

2. Formuliere das Anliegen schriftlich

Schreibe eine Frage zu deinem eigenen Umgang mit der Situation. „Welche Aufgabe vermeide ich gerade?“ ist genauer als „Was geschieht mit meinem Leben?“ Ergänze den tatsächlichen Anlass, etwa ein seit Wochen nicht geöffnetes Dokument. Lass den Wortlaut während der Auslegung bestehen. Eine nachträglich veränderte Frage erschwert den Vergleich zwischen deiner ursprünglichen Absicht und der gegebenen Deutung.

3. Beginne mit wenigen Karten

Nutze die Ein-Karten-Legung für einen Schwerpunkt oder die Drei-Karten-Legung für einen klar gegliederten Zusammenhang. Schreibe die Positionsaufgaben vorab auf. Eine Kartenposition gibt der Bedeutung ihren Bezug. Bleibe bei jeder Karte, bis du einen vollständigen Satz formuliert hast, statt zusätzliche Karten für jede offene Assoziation zu ziehen.

4. Betrachte die Karte mit Abstand

Frage dich, wie du dieselbe Karte bei derselben Fragestellung für eine andere Person beschreiben würdest. Bleibe beim Bild und bei der Bedeutung. Der Mond verbindet Unsicherheit, Angst und schwer erkennbare Zusammenhänge; notiere, welche Information in deiner Situation tatsächlich fehlt. Dieser Perspektivwechsel hält einen einzelnen Deutungsbegriff davon ab, deine gesamte Erfahrung zu überdecken.

5. Trenne Eindruck und traditionelle Bedeutung

Schreibe zuerst dein unmittelbares Gefühl, danach eine sachliche Bildbeschreibung und schließlich die bekannte Bedeutung. Beim Eremiten sind Einsamkeit als Gefühl und bewusste innere Prüfung als Thema unterschiedliche Angaben. Vergleiche beide mit deiner Frage. Wo sie stark auseinanderliegen, ergänze, auf welcher Beobachtung du deine Wahl aufbaust. So bleibt auch eine intuitive Assoziation nachvollziehbar.

6. Bewahre eine unbequeme Auslegung

Wenn dir die Karten missfallen, notiere genau diesen Widerstand. Lies die umgekehrten Karten mit derselben vorher gewählten Regel wie die aufrechten. Ändere weder Ausrichtung noch Position, um einen angenehmeren Satz zu erhalten. Schließe das Heft nach der ersten Auslegung und betrachte die vorhandenen Karten später erneut. Das bewahrt den Zusammenhang deiner Frage.

7. Formuliere Antwort und Handlung getrennt

Beantworte deine geschriebene Frage in einem Satz. Ergänze darunter einen kleinen Schritt, den du selbst ausführst. Bei den Acht der Münzen verbindet sich konzentriertes Üben etwa mit einer abgegrenzten Arbeitseinheit. Halte fest, was du genau bearbeitest und wann du dafür Zeit freihältst. Die Antwort beschreibt deinen Deutungszusammenhang, der Schritt deine konkrete Entscheidung.

8. Lies die Notiz mit etwas Abstand erneut

Prüfe nach einigen Tagen den ursprünglichen Wortlaut. Markiere eine Stelle, die du noch nachvollziehst, und eine, die du inzwischen anders liest. Begründe die Änderung durch Karte, Frage oder Erfahrung. Beim Stern gehören Hoffnung und Orientierung zusammen; ergänze, ob du zunächst nur den angenehmen Akzent gesehen hast. Die alte Notiz bleibt neben der neuen erhalten.

Beispiel: Ein Fotoalbum, das seit Monaten liegen bleibt

Die geschriebene Frage: „Was hält mich davon ab, mein begonnenes Fotoalbum weiterzuführen?“ Du hast bereits Bilder ausgewählt, aber seit Wochen keine Seite fertiggestellt. Die drei Karten liest du auf den zuvor festgelegten Plätzen für früheren Einfluss, Gegenwart und Entwicklungsperspektive.

Früherer Einfluss: Neun der Schwerter. Sorge, Grübeln und eine innere Belastung stehen im Vordergrund. Dein erster Satz lautet: „Ich bekomme das ohnehin nicht ordentlich hin.“ Halte daneben fest, dass die Karte die Angst behandelt. Die Aussage über deine Fähigkeiten stammt aus deinem eigenen Gedanken.

Gegenwart: Zwei der Stäbe. Planung und die Wahl einer Richtung. Du liest zunächst Unentschlossenheit. Beim erneuten Betrachten erkennst du die offene Arbeitsfrage: Welche Form und welchen Umfang bekommt das Album? Schreibe zwei tatsächlich vorhandene Gestaltungsmöglichkeiten auf.

Entwicklungsperspektive: Drei der Münzen. Handwerk, Lernen und abgestimmte Arbeit. Verbinde die Karte mit einem Vorgehen: erst eine Musterseite gestalten, dann ihre Regeln auf die übrigen Seiten übertragen. Notiere, welches praktische Wissen oder Material dir dabei fehlt.

Mit Abstand gelesen. Die erste Auslegung zieht alle drei Karten in das Gefühl des Scheiterns. Die zweite trennt Sorge, Planung und Ausführung. Der Unterschied entsteht durch genaueres Lesen der vorhandenen Karten. Ergänze ihn als neuen Absatz, statt deine erste Reaktion zu löschen.

Zusammen. Deine Deutung lautet: „Ich beschäftige mich mit der Angst vor einem unvollkommenen Ergebnis und kläre zuerst eine kleine gestalterische Entscheidung.“ Die Karten verbinden Sorge mit Planung und praktischer Arbeit. Überprüfe das an der Frage, ob du bisher mehr Möglichkeiten gesammelt als Seiten bearbeitet hast.

Der Schritt. Lege für eine einzige Seite Bildanzahl und Format fest. Bearbeite sie in einem kurzen Zeitraum und notiere danach, welches Problem tatsächlich auftrat. Der neue Eintrag gibt deinem späteren Kartenvergleich konkrete Beobachtungen.

Erkenne diese Fallen bei eigenen Fragen

  • Im Ärger sofort urteilen. Notiere die Stimmung und lies zu einem ruhigeren Zeitpunkt. Behalte den Anlass der Frage bei, damit du Gefühle und Deutung getrennt untersuchst.
  • Den Wunsch in jede Karte hineinschreiben. Benenne zuerst die traditionelle Bedeutung und ihren schwierigen Akzent. Vergleiche danach, welcher Teil zu deiner Erwartung passt.
  • Nur die befürchtete Seite sehen. Lies dieselbe Karte vollständig. Beim Ass der Kelche gehört emotionale Offenheit dazu, auch wenn du gerade nur Verletzlichkeit bemerkst.
  • Eine Handlung aus einem Stichwort ableiten. Verknüpfe den Begriff mit deiner Frage und einer tatsächlichen Möglichkeit. „Abstand“ braucht einen Gegenstand und einen machbaren Umfang.
  • Immer wieder nachziehen. Bewahre die erste Antwort und die offene Frage dazu. Lies diese Notizen erneut, bevor du eine veränderte Situation mit neuen Karten bearbeitest.
  • Die alte Deutung überschreiben. Ein späterer Absatz macht den Unterschied sichtbar. Gerade der ursprüngliche Wortlaut zeigt, wo Angst oder Wunsch die erste Lesart beeinflusst haben.

Entwickle ein lesbares eigenes Kartenheft

Ordne deine Einträge nach Datum und gib jeder Auslegung eine klare Überschrift. Für eine kurze Tagesübung genügen Frage, Karte und zwei Zeilen am Abend. Mit der Tageskarte übst du einen kleinen Ausschnitt; größere Anliegen bleiben eigene Einträge.

Öffne in der Larisa-App „Legung: Klassisch / Einzeln / Karte“. Schreibe deine offene Frage, wähle eine Karte und notiere Bildbeobachtung sowie Deutung vor dem Lesen der angebotenen Auslegung. Vergleiche beide Texte an derselben Frage und benenne einen unterschiedlichen Akzent.

Die Grundlagen vertiefst du beim Lernen der Kartenbedeutungen. Tarotfragen formulieren hilft beim Eingrenzen, Tarotkarten-Kombinationen beim Verbinden größerer Legungen. Für wiederkehrende Reaktionen bietet Schattenarbeit mit Tarot einen eigenen Rahmen.

Lies gelegentlich mehrere alte Notizen zu derselben Karte nebeneinander. Markiere, welchen Wunsch du jeweils mitgebracht hast und welchen konkreten Bildbezug du genannt hast. Daraus entsteht ein genauerer Umgang mit deiner eigenen Deutung.

Larisas Ansatz

Wer mit Tarot beginnt, dem empfehle ich, für dieselbe Frage nicht immer wieder neue Karten zu ziehen und das Deck nicht zur gewünschten Antwort zu drängen. Gerade bei sehr emotionalen Themen fällt eine objektive Betrachtung der eigenen Legung schwer. Beziehe die Nachbarkarten, deine Frage und die gesamte Geschichte ein. Ich versuche mit den Karten, verdrängte Gefühle, Ängste, Wünsche und Beziehungsmuster zu verstehen. Dabei beschäftigen mich auch die Fragen, weshalb etwas geschieht und was unter der sichtbaren Situation liegt.

Häufige Fragen

Brauche ich ein besonderes Deck für eigene Fragen?

Ein vertrautes Deck reicht aus. Nutze dessen Bedeutungshilfe und behalte die gewählte Vorgehensweise bei. Der wichtigste Unterschied zur Deutung für andere liegt darin, deine Erwartung vor dem Lesen ausdrücklich aufzuschreiben.

Wie oft bearbeite ich dasselbe Anliegen?

Bleibe bei der ersten Auslegung, solange deine Situation und deine Frage unverändert sind. Lies zunächst die damaligen Notizen erneut. Für eine tägliche Karte wählst du dagegen einen eigenen, klar begrenzten Tagesschwerpunkt.

Was mache ich, wenn ich jede Karte zu positiv lese?

Ergänze zu jeder Karte den schwierigen Akzent und einen Bildbezug dafür. Vergleiche anschließend deinen Wunsch mit der formulierten Bedeutung. Dasselbe Verfahren hilft, wenn du nur Belastung siehst und unterstützende Aspekte ausblendest.

Darf ich nach einer Pause dieselben Karten neu betrachten?

Ja, ohne erneut zu ziehen. Bewahre den ersten Text und schreibe deine spätere Deutung als eigenen Absatz dazu. Erkläre, welche Bedeutung, Beobachtung oder Position du beim ersten Mal übersehen hast.

Die Deutungen von Larisa Tarot dienen der persönlichen Bewusstwerdung, der Selbstreflexion und der Unterhaltung. Sie enthalten keine Gewissheit, keine Garantie für die Zukunft und kein Versprechen eines bestimmten Ergebnisses.